
„Ich mag es, zwischen den Dingen zu stehen, zwischen Skulptur und Wirklichkeit, zwischen Ernst und Augenzwinkern. Die Giraffen aus Bronze erinnern mich daran, dass man Haltung zeigen kann, ohne sich zu versteifen. Und dass ein Kuss manchmal mehr über uns sagt als tausend Worte.“
Auf dieser Seite erzähle ich von meinem Weg und den Erfahrungen, Begegnungen und Momenten, die mich dazu inspiriert haben, meine kleine Manufaktur „Hildegards Töchter“ ins Leben zu rufen.
Als Kräuterfrau und Kunsthandwerkerin arbeite ich mit dem, was wächst, heilt und verwandelt.
Schneiderkunst und Handarbeit waren bei uns zu Hause tägliche Begleiter, und genau so bin ich aufgewachsen: mit Nadel, Faden und einer gehörigen Portion Kreativität.
Meine Grundschule lag direkt neben dem von Ordensschwestern geleiteten Seniorenheim, in dem meine Mutter arbeitete. Nach Schulschluss ging ich oft hinüber, um sie abzuholen. Während sie noch ihren Dienst beendete, nutzte ich die Zeit, um auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich war dort zu finden, wo die Nonnen waren – leise und neugierig, auf der Suche nach den Geheimnissen, die ihre Welt umgaben. Jede Nonne erzählte ihre eigene Geschichte: durch ihre Haltung, beim Gebet in der Kapelle, durch das Schweben über die langen Flure und das allzeit freundliche Lächeln. Stets offen für meine Fragen wollte ich zum Beispiel wissen, warum sie einen Ehering tragen. Tief beeindruckt war ich von der Antwort: „Weil ich mit Gott verheiratet bin.“ Und dann waren da noch die klangvollen Namen: Hubertine, Friedberta und Notburg. Besonders die Tracht der Nonnen hat sich mir eingeprägt – jedes Detail, von den Stoffen bis zu den Accessoires. Als ich schließlich meine erste Hildegard-Figur fertigte, musste ich oft an diese Zeit denken: an die Stille, die Würde und das kindliche Staunen.
Meine Lehrjahre im Reformhaus legten den Grundstein für mein großes Interesse an gesunder Ernährung und an den Schätzen der Heiligen Hildegard von Bingen mit all ihren Kräutern, Rezepturen und Weisheiten. Später, während meiner Fortbildung zur Handelsbetriebswirtin, erweiterte ich mein Wissen in der Pflanzenheilkunde und erwarb unter anderem den Sachkundenachweis für freiverkäufliche Arzneimittel.
Auf meiner weiteren beruflichen Reise führte mich mein Weg nach Berlin ans Theater. Hier durfte ich in der Kostümabteilung bei der legendären Produktion „Cats“ mitwirken – eine aufregende Zeit voller Magie und Kreativität. Ich lernte, wie aus Stoffen lebendige Charaktere entstehen. Diese außergewöhnliche Erfahrung inspirierte mich, meine Liebe zu Kräutern in natürliche Stoffe einfließen zu lassen und ihre Vitalität spürbar zu machen.
Bei meinen Wanderungen und Radtouren in der Natur zeigen sich die Kräuter in voller Schönheit und Kraft – eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Kreativität, Handwerk und Naturverbundenheit sind für mich untrennbar miteinander verbunden.
In meiner kleinen Manufaktur entstehen so einzigartige Unikate: Figuren aus pflanzlichen Materialien, die verschiedene Heilpflanzen der Heiligen Hildegard von Bingen repräsentieren und sowohl Freude als auch ein Stück Natur zu dir nach Hause bringen.
Ich wünsche dir schöne Momente und sende herzliche Grüße.
Doris Sophia Kotte
